Versand ist heutzutage wesentlich mehr als ein unwichtiger Kostenpunkt, der im Backoffice abgehandelt und dann vergessen wird. 2026 kannst du damit deine Conversions erhöhen, Gewinnmargen sichern und deine Kunden rundum glücklich machen.
Denn eins ist klar: Wenn 61 % der Onlineshopper nach einer fehlgeschlagenen Zustellung den Händler wechseln würden, dann sollte deine Versandstrategie ganz oben auf der Prioritätenliste stehen.
In diesem Guide teilen wir wertvolles Expertenwissen mit dir. Du erfährst, welche Risiken Single-Carrier Versand bergen kann, warum Flexibilität heute wichtiger ist als je zuvor, und wie du eine Multi-Carrier-Strategie aufbaust, die von Anfang bis Ende funktioniert. Los geht’s!
Bereit für spannende Insights? Wir haben uns mit Huib Adriaans unterhalten, ehemaliger Gründer von Tracey und derzeit VP Enterprise bei Sendcloud. Mit mehr als 10 Jahren Erfahrung in der E-Commerce-Logistik hat er viele wertvolle Tipps und Erkenntnisse zu diesem Thema.
Die ungeahnten Risiken einer Single-Carrier-Strategie
Viele Onlinehändler entscheiden sich weiterhin für die (scheinbar) bequemste Lösung, statt auf ihre Kunden zu hören. Aus unternehmerischer Sicht ist das verständlich: Versand mit einem einzigen Paketdienst erfordert weniger Verträge, weniger technische Integrationen und weniger komplexe Prozesse im Lager. Auf den ersten Blick scheint es logisch, diese Strategie zu fahren – besonders, wenn man bisher damit erfolgreich war.
Doch Single-Carrier Versand kann schnell nach hinten losgehen, vor allem bei steigendem Bestellvolumen. Hier sind 4 Risiken, die du bei dieser Strategie eingehst:
- Abhängigkeit: Wenn du dich auf einen einzigen Paketdienst verlässt, kann bereits eine Störung dazu führen, dass dein gesamter Versandprozess ins Stocken gerät, Lieferungen nicht wie geplant ankommen und Kunden verärgert auf ihre Pakete warten.
- Operative Schwächen: Streiks, überlastete Netzwerke oder verpasste Abholungen kommen immer wieder mal vor. Wenn alle Bestellungen über einen Anbieter laufen, hast du keine Ausweichmöglichkeiten und musst darauf hoffen, dass die Verzögerungen nicht allzu lange dauern und der Versandprozess schnell weitergeht.
- Unzufriedene Kundschaft: Verspätete oder fehlgeschlagene Zustellungen führen nicht nur zu Beschwerden und schlechten Bewertungen, sondern verringern auch das Kundenvertrauen und belasten dein Kundenservice-Team. Außerdem geben 21,9 % der Onlineshopper an, sie würden einen Kauf wegen unflexibler Lieferoptionen bereits beim Checkout abbrechen.
- Finanzielle Risiken: Günstige Raten wirken zunächst verlockend, gehen aber oft mit einer geringeren Lieferperformance einher. Das führt schnell zu mehr Wo ist mein Paket?-Anfragen (WISMO), manuellem Aufwand bei Schadensfällen, zusätzlichen Retouren und entgangenen Wiederholungskäufen. Am Ende überwiegt der Aufwand meist die vermeintliche Ersparnis.
Zum Glück verabschieden sich immer mehr Enterprise-Händler von Single-Carrier-Setups und setzen stattdessen auf Multi-Carrier Versand – mit zahlreichen Vorteilen (keine Sorge, dazu kommen wir gleich!).
Beginnen wir am besten mit dem ersten Schritt der Liefererfahrung: dem Checkout.
Diese Vorteile haben flexible Lieferoptionen beim Checkout
Der Checkout ist der erste sichtbare Berührungspunkt zwischen deinen Kunden und deiner Versandstrategie. Genau hier entscheidet sich, ob sie funktioniert oder nicht. Deine Kundschaft sollte selbst bestimmen können, wie, wohin und mit welchem Paketdienst ihre Bestellung geliefert wird.
Das hat einen einfachen Grund: Je flexibler der Checkout, desto höher die Conversion-Rate. Marken, die mehrere Paketdienste und Lieferoptionen anbieten, steigern ihre Conversions beim Checkout oft um 20-30 % – das entspricht einem Plus von 2 bis 4 Prozentpunkten. Besonders gut funktioniert diese Strategie übrigens bei internationalem Versand, da Erwartungen und Vorlieben von Markt zu Markt variieren.
Kostenlos oder schnell? Diese Präferenzen haben Kunden 2026
Die meisten Onlineshopper priorisieren weiterhin Preis vor Geschwindigkeit – schnelle Lieferungen werden zwar geschätzt, aber kostenlose oder günstige Optionen sind definitiv beliebter. Tatsächlich brechen 66,3 % der Kunden ihren Warenkorb ab, wenn die Versandkosten zu hoch sind. Weltweit bevorzugen sogar 78,5 % der Konsumenten niedrigere Versandkosten, selbst wenn sie dafür länger warten müssen.
Aber deshalb solltest du dich nicht ausschließlich auf diese zwei Faktoren konzentrieren, denn aktuell ändert sich viel: Unser Peak Season Index 2025 belegt zum Beispiel, dass für 63 % der Konsumenten mehrere Lieferoptionen wichtiger sind als schnelle Lieferungen. Und für 72 % muss die Zustelloption zum Alltag und Lifestyle passen (nicht jeder kann zuhause den ganzen Tag auf ein Paket warten!).
Genau hier zahlt sich Flexibilität beim Thema Paketdienst aus. Du kannst zum Beispiel kostenlose oder günstige Optionen mit schnelleren, kostenpflichtigen Alternativen kombinieren, statt allen Kunden dieselbe Art von Lieferung aufzuzwingen.
Unterschiede in Europa
In Europa gibt es viele verschiedene Lieferpräferenzen – und „ein Checkout für alle“ ist nicht immer der beste Ansatz. 75 % der Onlineshopper bevorzugen zwar immer noch die Lieferung nach Hause, aber 58 % nutzen oder wünschen sich mittlerweile auch Out of Home Delivery (OOH) über Paketshops oder Paketstationen.
Paketstationen werden in Europa immer wichtiger. In den nordischen Ländern sind sie mittlerweile sogar fast so beliebt wie Hauszustellungen – und in anderen Märkten wird eine ähnliche Entwicklung erwartet.
In Frankreich und den Niederlanden wiederum dominieren Abholstationen, während in Deutschland vertrauenswürdige nationale Paketdienste wie DHL eine entscheidende Rolle spielen. Die Erwartungen an die Liefergeschwindigkeit unterscheiden sich ebenfalls: Onlineshopper in Deutschland und Spanien sind in der Regel weniger geduldig.
Du kannst Frustration beim Checkout vermeiden, wenn deine Kundschaft selbst wählen kann, welche Lieferart am besten zu ihrem Alltag passt. Denn in den meisten Fällen erreichst du mit einer einzigen Option nur einen Teil deiner Zielgruppe – und der Rest bricht im schlimmsten Fall den Warenkorb ab. Wenn du mehrere Liefermethoden anbietest, senkst du also nicht nur die Abbruchrate beim Checkout, sondern steigerst mit OOH-Lieferungen sogar die Zustellquoten und sparst Geld auf der letzten Meile.
Aus Conversion- und Kostensicht kann es daher sehr sinnvoll sein, mehrere Paketdienste oder unterschiedliche Lieferoptionen anzubieten. Viele Operations Manager zögern trotzdem beim Thema Multi-Carrier Versand, weil sie Angst davor haben, ihr Lager ins Chaos zu stürzen. Das ist eine berechtigte Sorge – aber auch dafür gibt es eine Lösung.
Reibungslose Abläufe im Lager
Natürlich musst du beim Multi-Carrier Versand von vornherein besser planen. Eventuell benötigst du ein neues Sortiersystem und Gitterrollcontainer oder Paletten für die verschiedenen Paketdienste. Wenn du diese Prozesse nicht klar definierst, landen deine Pakete schnell im falschen Transporter.
Aber diesen Fauxpas kannst du leicht vermeiden: Die meisten Probleme entstehen nur, wenn deine Teams im Lager zu spät eingebunden oder Paketdienst-Entscheidungen unabhängig voneinander getroffen werden.
Multi-Carrier Versand funktioniert am besten, wenn du die Lagerbedingungen direkt in die Planung miteinbeziehst. Mit den folgenden Tipps machst du von Anfang an alles richtig:
- Optimiere deine Prozesse: Viele Onlinehändler arbeiten erfolgreich mit drei bis vier Paketdiensten pro Lager. Du kannst Fehler verhindern, indem du klare Sortierregeln für alle Paketdienste, Paketgrößen oder Cut-off-Zeiten erstellst. Außerdem kannst du mit visuellen Hinweisen, mehreren Sortierbahnen und Scan-Kontrollen sicherstellen, dass jedes Paket korrekt geliefert wird.
- Erstelle einen Backup-Plan: Falls ein Paket nicht abgeholt wird oder ein Paketdienst überlastet ist, solltest du immer einen zweiten oder dritten Anbieter zur Hand haben, um die Sendungen innerhalb von ein bis zwei Tagen umzuleiten. Das ist besonders wichtig, wenn dein Bestellvolumen schnell wächst.
- Stimme Lager- und Kundenservice-Teams aufeinander ab: Deine Mitarbeitenden im Support erfahren als erste von Lieferproblemen, und das Lager muss sich dann dementsprechend darum kümmern. Mit Feedback zur Paketdienstleistung können deine Teams Sortierregeln, Paketdienst-Mix und tägliche Abläufe optimieren. Je besser die Zusammenarbeit, desto mehr profitiert dein Business von Multi-Carrier Versand.
Reibungslose Lagerprozesse sind die Voraussetzung für erfolgreichen Versand mit mehreren Paketdiensten. Aber eine Sache ist sogar noch wichtiger: Du musst die ideale Kombination aus Paketdiensten und Versandarten für deine Zielgruppe finden.
Dein Paketdienst-Mix: die perfekte Balance aus Kosten, Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit
Beim richtigen Paketdienst-Mix geht es selten darum, einfach den günstigsten Tarif zu finden. Entscheidend sind die Total Cost of Shipping, nicht nur der Preis pro Paket. Sparst du zum Beispiel 0,20 € pro Sendung, lieferst aber mit einem weniger zuverlässigen Paketdienst, kann genau dieses Paket am Ende sehr teuer werden.
Denn Verzögerungen oder verpasste Abholungen haben viele Folgen: Deine Mitarbeitenden müssen mehr WISMO-Anfragen und Schadensfälle bearbeiten, und es ist unwahrscheinlich, dass ein schlechtes Liefererlebnis zu Wiederholungskäufen führt. In der Summe übersteigen diese versteckten Kosten den vermeintlichen Preisvorteil deutlich, vor allem bei größeren Bestellmengen.
Paketdienste datenbasiert bewerten
Der richtige Paketdienst-Mix sollte immer auf belastbaren Leistungsdaten basieren. Beurteile Paketdienste nicht anhand einer einzelnen schlechten Woche oder eines überzeugenden Verkaufsgesprächs, sondern anhand ihrer Performance über einen längeren Zeitraum hinweg. Vergleiche dafür Laufzeiten, Ausnahmequoten, Zustellerfolg sowie die regionale Leistung je Versandroute.
Willst du erst einmal testen, wie sich ein zusätzlicher Paketdienst auf dein Setup auswirkt? Dann verlagere für ein paar Monate einen kleinen Teil deines Versandvolumens und miss die Ergebnisse, bevor du größere strategische Entscheidungen triffst. So kannst du die Risiken besser abwägen und herausfinden, welcher Paketdienst für welche Paketarten, Ziele und Servicelevels am besten geeignet ist.
Mit Shipping Intelligence erhältst du alle nötigen Daten, um die Performance deiner Paketdienste zu benchmarken und anschließend besser zu verhandeln. Mit einem optimalen Paketdienst-Mix musst du weder bei den Kosten noch bei der Geschwindigkeit oder Zuverlässigkeit Abstriche machen.
Aber was passiert, wenn beim Versand mit mehreren Anbietern etwas schiefgeht? Sehen wir uns nun genauer an, wie sich die richtige (oder falsche) Wahl von Paketdiensten auf den Support auswirkt – und wie du dein Team gezielt darauf vorbereiten kannst.
Diese Auswirkungen hat deine Paketdienst-Auswahl auf den Support
Viele Onlinehändler unterschätzen, wie sehr sich die Performance der gewählten Paketdienste auf den Kundenservice auswirkt. Denn eins ist sicher: Weniger zuverlässige Anbieter verursachen mehr Ausnahmefälle bei der Zustellung – und das führt zu zahlreichen WISMO-Anfragen, Follow-ups mit Paketdiensten, Rückerstattungen und frustrierten Kunden.
Deine Support-Teams spüren die Auswirkungen deiner Entscheidungen beim Thema Paketdienst-Mix als Erstes. WISMO-Anfragen sind kein Zeichen von Ungeduld, sondern ein Hinweis darauf, dass Erwartungen nicht erfüllt wurden oder die Leistung bei der Zustellung schwankt.
Aber keine Sorge: Wenn du verantwortungsvoll mit Ausnahmefällen umgehst, kannst du trotzdem positive Kundenerlebnisse schaffen.
Starke Support-Workflows
Hättest du gedacht, dass Multi-Carrier-Setups den Workload für dein Support-Team sogar reduzieren können, wenn du deine Prozesse über eine zentrale Plattform abwickelst und einheitliches Tracking nutzt?
Deine Mitarbeitenden erkennen Probleme wesentlich früher, wenn Bestellungen über alle Paketdienste hinweg übersichtlich getrackt werden. So können sie Zwischenfälle proaktiv kommunizieren, anstatt nur auf Supportanfragen zu reagieren.
Mit einer Multi-Carrier-Versandlösung wie Sendcloud kannst du deine Support-Workflows stark optimieren, denn sie hilft dir u. a. in folgenden Bereichen:
- Alle Schadensmeldungen im Überblick: Du kannst alle Probleme, Ansprüche und Tickets an einem zentralen Ort verwalten und bearbeiten, statt zwischen mehreren Paketdienst-Plattformen hin- und herwechseln zu müssen.
- Probleme automatisch erkennen: Das System überwacht alle Tracking-Ereignisse und verschafft dir transparente Echtzeit-Insights zu allen Sendungen. So erfährst du früh genug von Verzögerungen, um deine Kunden zu informieren. Außerdem werden Probleme wie Verlust, Verspätung oder Schaden automatisch geflaggt und direkt der passende Anspruch beim entsprechenden Paketdienst erstellt.
- Regeln für jeden Paketdienst: Schnell einsehbare Fristen, vorausgefüllte Formulare mit Auftragsdaten sowie Hinweise, falls Fotos oder Dokumente fehlen, ersparen deinem Team viel manuelle Arbeit.
- Fortschritte verfolgen und Rückerstattungen beschleunigen: Ab jetzt gehen Ansprüche nicht mehr in endlosen E-Mail-Threads unter. Die Software protokolliert Follow-ups, Antworten, Reminder und Ergebnisse, damit du jederzeit siehst, welche Ansprüche noch offen und welche bereits ausgezahlt sind.
Klingt super, oder? Jetzt benötigst du nur noch ein paar starke Integrationen, damit dein Multi-Carrier-Setup nicht wie ein Kartenhaus zusammenfällt.
Technische Integration und Architektur
Auch was die IT betrifft, scheint es zunächst einfacher, mit nur einem Paketdienst zu arbeiten: Es gibt zum Beispiel nur eine API, ein Label-Format und ein Tracking-Modell. Aber so kannst du nicht skalieren – und das fällt dir früher oder später auf die Füße. Das sind die Gründe:
- Jeder zusätzliche Paketdienst bringt eigene API-Logiken, Label-Anforderungen, Tracking-Events und Kadenz-Änderungen mit sich.
- APIs verändern sich, Fehlercodes entwickeln sich weiter und neue Versandservices müssen implementiert und getestet werden.
Bei Direktintegrationen musst du mit versteckten Kosten und Risiken rechnen. Wenn dein Team die API nicht regelmäßig aktualisiert, die Label-Logik fehlerhaft ist oder Tracking-Events zu spät registriert werden, dann kann das schwerwiegende Folgen haben.
Bei größeren Versandvolumina ist es oft günstiger, einen Drittanbieter zu wählen, statt Zeit und Geld in eine mehr oder weniger unberechenbare Inhouse-Lösung zu stecken.
Versandplattform oder Inhouse-Lösung?
Letztendlich hast du zwei Optionen, um deinen Multi-Carrier Versand so reibungslos wie möglich zu gestalten:
- Du kannst direkte Verbindungen zu Paketdiensten selbst aufbauen und pflegen, aber dafür benötigst du technische Kapazitäten, die besser ins Kerngeschäft fließen sollten.
- Eine zentrale Versandmanagement-Software stellt sicher, dass alle Paketdienste und Tracking-Statusmeldungen über eine Plattform laufen und die Wartung automatisch im Hintergrund stattfindet.
„Vor Sendcloud dauerte es mehrere Tage, einen neuen Paketdienst einzubinden. Jetzt sind wir in nur zwei bis drei Stunden fertig – inklusive Tests.“
Roadmap für die Implementierung: So erstellst du eine starke Multi-Carrier-Strategie
Mittlerweile gibt es so viele Onlineshops, dass Konsumenten sich aussuchen können, wo sie etwas bestellen. Umso wichtiger ist ein reibungsloser Versandprozess, der deine Kundschaft begeistert. Nur so werden sich deine Kunden beim nächsten Kauf erneut für dein Business entscheiden.
Wie du nun weißt, ist eine Multi-Carrier-Strategie die beste Möglichkeit, ein positives Kundenerlebnis zu bieten und selbst hohe Bestellaufkommen problemlos zu meistern.
Klar, die Implementierung wirkt kompliziert – muss sie aber nicht sein. Mit unserer praktischen Roadmap kannst du dein Multi-Carrier-Setup in 6 einfachen Schritten planen.
1. Analysiere aktuelle Risiken und Engpässe
Analysiere, von welchen Paketdiensten du aktuell abhängig bist und welche Risiken damit verbunden sind. Sieh dir Lieferausfälle, Leistung zur Peak Season, verpasste Abholungen, Supportanfragen und den Wartungsaufwand für die IT genauer an. Prognostiziere dein Versandvolumen und prüfe, ob dein aktuelles Paketdienst-Setup darauf vorbereitet ist.
2. Finde die Bedürfnisse deiner Kunden heraus
Willst du neue Märkte erschließen oder andere Produkte verkaufen? Jede Entscheidung wirkt sich auf die Kundenzufriedenheit aus – und es bringt nichts, die Bedürfnisse deiner Kundschaft aus Bequemlichkeit zu ignorieren.
Frage dich: Wie erhalten sie ihre Pakete am liebsten? Welche Paketdienste werden in den jeweiligen Regionen bevorzugt? Anschließend kannst du festlegen, welche Versandoptionen und Paketdienste du anbietest – kostenlos vs. schnell, Lieferung nach Hause vs. Out-of-Home, oder idealerweise beides.
Berücksichtige bei deinen Entscheidungen immer Kundenbedürfnisse und datengestützte Insights. In unserem E-Commerce Delivery Compass 2025 erfährst du übrigens ganz genau, welche Lieferoptionen Onlineshopper in welchem Markt bevorzugen.
3. Erstelle den idealen Paketdienst-Mix
Einzelne Kennzahlen geben dir kaum Hinweise darauf, welche Paketdienste am besten zu deinem Business passen. Mit Shipping Intelligence kannst du verschiedene Anbieter anhand ihrer Leistung unter realen Bedingungen bewerten, indem du Lieferperformance, Transportzeiten, Ausnahmen, Retouren und Kosten vergleichst.
Diese Benchmarks zeigen dir, wie sich deine Paketdienste im Vergleich zu ähnlichen Anbietern im Sendcloud-Netzwerk schlagen. So kannst du den richtigen Paketdienst für jedes Paket und Zielgebiet auswählen, größere Bestellmengen an stärkere Anbieter übergeben, neue Paketdienste anhand von Erfolgskriterien testen und deine Verhandlungsposition datenbasiert stärken.
Letztendlich geht es nicht darum, beim Versand so viel wie möglich zu sparen, sondern dafür zu sorgen, dass es eine gute Balance zwischen Kosten, Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit gibt.
4. Teste über einen längeren Zeitraum hinweg
Beim Testen neuer Paketdienste solltest du nicht sofort alles umstellen. Führe einen zusätzlichen Dienst zunächst nur für ein begrenztes Volumen ein und beobachte die Ergebnisse über einen längeren Zeitraum hinweg (mindestens ein Quartal).
Währenddessen kannst du Transportzeiten, Zustellquoten, Ausnahmen, Auswirkungen auf die Conversion-Rate und den Support-Aufwand messen, um Trends zu erkennen und zu vermeiden, dass du Paketdienste ausschließt, nur weil sie mal eine schlechte Woche hatten.
5. Wähle eine skalierbare Infrastruktur
Stelle sicher, dass du überhaupt mehrere Paketdienste in dein Tech-Stack integrieren kannst, ohne dass die IT zum Engpass wird.
Neue Versandoptionen beim Checkout oder zusätzliche Paketdienste dürfen keine Prozesse stören. Eine professionelle Versandmanagement-Software bietet zum Beispiel eine zentrale Paketdienst-Integration, sodass dein Engineering-Team weniger Aufwand hat.
6. Implementiere proaktive Kommunikation mit deinen Kunden
Bist du bereit, mit mehreren Paketdiensten zu versenden und deine Strategie sogar über mehrere Länder hinweg zu diversifizieren? Dann sorge dafür, dass du immer auf standardisierte Tracking-Updates zugreifen kannst, um Verzögerungen und Versandprobleme frühzeitig zu erkennen. Wenn du weißt, wo sich ein Paket befindet und warum es sich verzögert, kannst du den betroffenen Kunden proaktiv informieren, bevor er deinen Kundenservice kontaktiert.
Für Versandprobleme gibt es ebenfalls eine Lösung: Mit Support Automation kannst du Schadensmeldungen und Problemlösungen über alle Paketdienste hinweg vereinheitlichen und zentral bearbeiten. Das reduziert WISMO-Anfragen, senkt Supportkosten, beschleunigt Rückerstattungen, fördert das Kundenvertrauen und schützt deine Gewinnmarge sogar, wenn mal etwas schiefgeht.
Mach deinen Versand wettbewerbsfähig – mit Sendcloud
Es gibt angenehmere Aufgaben im Tagesgeschäft, als Pakete auf den richtigen Weg zu bringen. Wir kennen das. Genau deshalb arbeitet Sendcloud seit 2012 daran, für dich so viele Herausforderungen wie möglich beim Versand zu lösen. Endlich hast du es selbst in der Hand, wie gut oder schlecht das Kundenerlebnis ausfällt – und musst bei Lieferproblemen nicht direkt mit schlechten Bewertungen oder Abwanderung rechnen.
Du kannst nicht nur zahlreiche Paketdienste anbinden, sondern mit Sendcloud Enterprise die gesamte Lieferreise verknüpfen: Profitiere von einem Checkout, der die Conversions in die Höhe treibt, und erstelle Labels automatisch für verschiedene Länder. Außerdem erhältst du Zugriff auf mehr als 160 Paketdienste, einheitliche Versanddaten, Shipping Intelligence, automatische Schadensabwicklung und vieles mehr.
Du brauchst keine komplexen Logistikprozesse, um jeden Schritt zur Zustellung im Griff zu behalten. Buche jetzt eine kostenlose Demo und lass dir von unserem Expertenteam zeigen, wie du deinen Versand vereinfachst, Prozesse optimierst, Kosten senkst und die Erwartungen deiner Kunden nicht nur erfüllst, sondern sogar übertriffst.
Häufig gestellte Fragen zum Multi-Carrier Versand
Was ist Multi-Carrier Versand?
Multi-Carrier Versand bedeutet, mit mehr als einem Paketdienst zu versenden (z. B. DHL, DPD, UPS, GLS oder Post AT) und pro Sendung die passende Versandmethode auszuwählen, je nach Zielgebiet, Liefergeschwindigkeit, Kosten, Paketgröße oder Lieferperformance.
Statt alle Bestellungen über einen einzigen Paketdienst abzuwickeln, erstellst du ein flexibles Setup, mit dem du in alle Märkte gleich effektiv verschicken kannst.
Warum ist Multi-Carrier Versand so wichtig für Onlineshops?
E-Commerce ist heutzutage sehr komplex, weil sich die Kundenerwartungen und die Leistung von Paketdiensten je nach Land und Region stark unterscheiden. Multi-Carrier Versand hilft dir dabei:
- Lieferrisiken zu reduzieren, zum Beispiel bei Streiks, zur Hochsaison oder bei verpassten Abholungen
- Bessere Lieferoptionen beim Checkout anzubieten, wie Lieferung nach Hause oder OOH (Out-of-Home)
- Die Conversion-Rate zu steigern, indem du lokale Präferenzen berücksichtigst
- Deine Margen zu schützen, indem du WISMO-Spitzen, Schadensfälle und Rückerstattungen vermeidest, wenn die Lieferperformance nachlässt
Welche Risiken sind damit verbunden, nur einen Paketdienst zu nutzen?
Ein Single-Carrier-Setup wirkt auf den ersten Blick unkompliziert, kann bei steigendem Bestellvolumen aber schnell nach hinten losgehen. Häufige Nachteile sind:
- Keine Ausweichmöglichkeit, wenn der Paketdienst sich verspätet oder überlastet ist
- Mehr WISMO-Anfragen, sobald die Servicequalität nachlässt
- Niedrigere Checkout-Conversions, wenn Kunden ihre bevorzugte Lieferoption nicht finden
- Versteckte Kosten durch manuelle Schadensmeldungen, fehlgeschlagene Zustellungen und entgangene Wiederholungskäufe
Wie verbessert Multi-Carrier Versand die Conversion-Rate beim Checkout?
Multi-Carrier Versand ermöglicht mehr Lieferoptionen beim Checkout, wie zum Beispiel:
- Standard- vs. Express-Versand
- Lieferung nach Hause vs. Out-of-Home-Lieferungen
- Nationale Lieblingspaketdienste pro Region
Das verhindert Probleme beim Checkout und ermöglicht es deinen Kunden, sich ihre Pakete so liefern zu lassen, wie es am besten in ihren Alltag passt. Und genau das führt zu mehr Conversions und weniger Warenkorbabbrüchen.
Was ist der Unterschied zwischen Multi-Carrier Versand und mehreren Zustelloptionen?
Die Konzepte sind recht ähnlich, aber nicht dasselbe:
- Multi-Carrier Versand = mehrere Paketdienst-Partner (z. B. DHL + DPD + UPS)
- Multi-Method-Lieferung = mehrere Zustellarten (z. B. Hauszustellung + Abholstationen + Paketautomaten)
Die stärkste Strategie kombiniert beides: mehrere Paketdienste und mehrere Zustellarten – beim europaweiten Versand ist das besonders wichtig.
Wie viele Paketdienste sollte ein E-Commerce-Unternehmen nutzen?
Das lässt sich pauschal nicht sagen, aber die meisten großen Unternehmen setzen auf 3 bis 6 Paketdienste pro Lager oder Region, ergänzt durch spezialisierte Anbieter für Express-Versand, Sperrgut, internationalen Versand oder OOH.
Es geht nicht darum, möglichst viele Paketdienste anzubinden, sondern die Resilienz und Performance deines Onlineshops zu erhöhen, ohne den Betrieb unnötig kompliziert zu machen. Ein solides Enterprise-Setup umfasst in der Regel:
- Primäre Paketdienste für den Großteil der Bestellungen
- Sekundäre Paketdienste für die Hochsaison und als Alternative bei Serviceproblemen
- Spezialisierte Paketdienste für spezielle Fälle (z. B. Premium-Express, Retouren, schwere Sendungen, abgelegene Regionen)
- OOH-Abdeckung (Abholstationen/Paketautomaten), abhängig von den Erwartungen im jeweiligen Markt
Am wichtigsten ist, dass deine Paketdienst-Strategie zu deinem Netzwerk passt – also zu deinen Zielländern, Lieferzusagen, Cutoff-Zeiten und Lagerprozessen. Und sie sollte quartalsweise anhand von Daten zur Performance und zu Ausnahmen überprüft werden.
Wie wählst du die besten Paketdienste für Multi-Carrier Versand aus?
Das funktioniert am besten, indem du mehrere Paketdienste anhand von Daten bewertest. Wichtige Kennzahlen sind zum Beispiel:
- Erfolgsquote bei der Zustellung
- Zuverlässigkeit bei Transportzeiten
- Ausnahmefälle (Verzögerungen, Schäden, fehlgeschlagene Zustellungen)
- Regionale Performance pro Strecke (nach Land oder PLZ)
- Auswirkungen auf den Support (Anzahl an WISMO-Anfragen und Ansprüchen)
Statt alles auf einmal umzustellen, starten viele Teams mit einer Testphase, bei der nur ein kleiner Teil der Sendungen auf einen neuen Paketdienst verlagert wird. So kannst du Leistung und Risiken realistisch bewerten, bevor du größere Änderungen vornimmst.
Warum ist Multi-Carrier Versand bei internationalen Lieferungen besonders wichtig?
Grenzüberschreitender Versand ist wesentlich komplexer, da sich Kundenpräferenzen und Paketdienst-Performance von Land zu Land unterscheiden. Mit Multi-Carrier Versand kannst du:
- Länderspezifische Lieferoptionen anbieten
- Starke nationale Paketdienste einsetzen, denen deine Kunden vertrauen
- Verzögerungen durch schwache internationale Netzwerke reduzieren
- Lieferzusagen flexibel anpassen, ohne dein gesamtes Setup neu aufbauen zu müssen
Wie setzt du Multi-Carrier Versand Schritt für Schritt um?
Hier ist eine praxisnahe Roadmap:
- Identifiziere Risiken in deinem aktuellen Single-Carrier-Setup.
- Analysiere die Lieferpräferenzen deiner Kunden pro Markt.
- Kombiniere die besten Paketdienste und Lieferoptionen (z. B. Lieferung nach Hause + OOH).
- Führe mindestens ein Quartal lang eine Testphase durch.
- Standardisiere deine Versand- und Support-Workflows.
- Halte deine Kunden mit Tracking- und Automatisierungsfunktionen proaktiv auf dem Laufenden.
Mit diesem Ansatz kannst du skalieren, ohne dass deine Abläufe unnötig komplex oder chaotisch werden.
















